Erste Grüße aus Ecuador :)

SAM_8014 SAM_8124Hey ihr lieben,
so nach zwei wochen fange ich nun endlich mal an zu bloggen.
ich beginne mal am anfang:
ich bin jetzt seit fast zwei wochen in ecuador und immer noch gut damit beschäftigt mich einzugewöhnen, denn das ist wirklich leichter gesagt als getan. zurückblickend war der flug noch das einfachste auch wenn ich warscheinlich einige probleme gehabt hätte, wenn ich alleine geflogen wäre. doch zum glück hatte ich nette begleitung (erik), der sich ein bisschen besser mit fliegen auskannte. der flug war am anfang etwas aufregend, aber mit der zeit vergaß ich schon fast, dass ich mich in tausend meter höhe befand. wir erreichten quito ohne größere zwischenfälle (außer dass ich beim aussteigen in miami ein wichtiges papier im flugzeug gelassen hatte und deswegen das einreisen etwas länger dauerte und dasss wir beim zweiten flug verpennt hatten unsere platzkarten zu holen, und so erst 15 min. vor start wussten wo wir sitzen werden). in quito angekommen wurde ich freundlich von carlos (meinem home-stay-coordinator), meiner gastmutter nancy, meinem gastbruder fernando und meiner gastschwester säde (aus finnland) empfangen. noch ziemlich benebelt folgte ich ihnen zum auto und es kostete mich alle anstrengungskraft auf der fahrt nicht einzuschlafen. total müde bezog ich mein zimmer, „musste“ aber noch mit nancy einen tee trinken, da ich sofort mein erstes missverständnis erlebte. die verständigung hier ist überhaupt das schwierigste und ich glaube, ich war noch nie so still. meistens wälze ich einen satz lange im kopf hin und her, bevor ich ihn ausspreche oder ich lasse es ganz bleiben.
am nächsten tag hatten wir (säde und ich) unser einführungstreffen mit den anderen austauschschülern und den leuten von xplorer (die austauschorganisation hier). es wurden uns noch mal die regeln erklärt und ein paar spiele gemacht. insgesamt war es aber sehr schön. die anderen austauschschüler sind alle soweit sehr nett und es ist schön noch leute zu haben, denen es ähnlich geht. trotzdem war der vormittag für mich nicht leicht. ich bereute, dass ich hierher geflogen bin, wo es doch zu hause so schön war und wäre am liebsten in das nächste flugzeug gestiegen. am ende das tages hatten wir noch eine kurze salsa tanzstunde, die mich in meinem beschluss hier tanzen zu lernen, noch bestärkte. ich hoffe sehr, dass ich die möglichkeit bekomme!
die nächsten tage verbrachte ich hauptsächlich mit meiner gastfamlie. außerfamiliäre bekanntschaften konnte ich bis jetzt noch nicht machen. dafür kenne ich bereits 4 ecuadorianische kartenspiele, die abuelita (meine gastoma, die auch hier wohnt) mir und säde beibrachte. außer nancy und abuelita, wohnt noch matias hier. ein neffe von nancy und 8 jahre alt. . und auch sonst ist es selten ruhig im haus, da immer mal jemand vorbei kommt. im obersten stockwerk befindet sich die wohnung von fernando und seiner frau lilly und ihrer tochter natalie (6 monate). nebenan wohnt ein bruder von nancy mit seiner frau und andrej (18) und pauline (ca. 9). außerdem gibt es hier noch zwei hunde, einer verrückter als der andere. ^^ der eine ist ziemlich klein, rasse: sofakissen 😉 und steht quasi nie still. ist aber ansonsten relativ harmlos. der andere ist wesentlich größer und jedes mal wenn ich sie sehe, habe ich das gefühl sie will mich auffressen. sie beißt die ganze zeit in die arme, hände, beine und schuhe und ich habe echt ein bisschen angst vor ihr. unter der woche kommt rosita, um im haushalt zu helfen. sie ist sehr niedlich und lieb und wir sollen uns quasi von ihr bedienen lassen. sie kocht dann immer mittag und macht frühstück, aber sie isst nicht mit uns am tisch, sondern an der anrichte mit dem rücken zu uns. :/ daran muss ich mich auch erst noch gewöhnen.
das haus ist ansonsten sehr schön und ziemlich ordentlich. es hat einen kleinen hof und ist umsäumt von einer hohen mauer. mauern und zäune prägen eh das stadtbild von quito. also nicht so sehr im zentrum, aber ansonsten hat hier so gut wie jedes haus eine hohe mauer, sodass man nicht in den hof schauen kann und einige habe über der mauer noch stromzäune. ich sah sogar mauern, die oben mit glassplittern bespickt waren und viele fenster sind vergittert.
typisch für quito ist auch der verkehr. die straßen sind mindestens zweispurig und am tag kommt man echt nur sehr langsam vorwärts. eilig darf man es da nicht haben. trotzdem bin ich fast immer mit dem auto unterwegs, was auf dauer echt anstrengend ist. alle besorgungen werden mit dem auto erledigt und so habe ich schon bestimmt 4 h am stück im auto gesessen und bin durch quito gefahren. allerdings sehe ich so sehr viel von quito. 🙂  oft fahren wir sogar zum essen mit dem auto los. bis auf einmal. da hat uns adrej (von nebenan) mit dem bus in die stadt genommen. und es war wirklich, wie man sich eine busfahrt in einer südlichen großstadt vorstellt. sehr wackelig und man kann aussteigen, wann man will (man muss nur auf einen knopf drücken). oft springen dann die leute einfach auf die straße und schlängeln sich zwischen den autos durch zum bürgersteig.
ich habe letzte woche auch meine schule kennengelernt. sie ist wirklich winzig (ca. 100 schüler) und bilingual, was durchaus praktisch ist. meine uniform ist auch fast komplett (foto folgt) mir fehlt nur noch der rock und meine lange sporthose. aber wir waren gestern sädes rock kaufen und deswegen habe ich ein bisschen ein vorstellung, was mich erwartet. wunderbar kariert und knielang. 😉
sädes uniform mussten wir im historischen kern quitos kaufen und das war noch mal eine neue erfahrung. bis jetzt waren wir hauptsächlich im modernen teil des zentrums mit hochhäusern und riesigen einkaufscentern. im alten quito sind die straßen kleiner und säde und ich fallen mehr auf. hier meinte nancy dann plötzlich, wir sollten die autofenster schließen und als wir einkaufen gingen, mussten wir unsere taschen im auto lassen und durften nur unser geld (versteckt) mitnehmen. ich denke hier muss man etwas mehr aufpassen und das ist auch ein teil quitos, der zwar sehr schöne häuser hat, aber auf denen die warnungen vor dieben und ähnlichem zutrifft.
auch sehr verwirrend hier ist, wie schon erwähnt, die sprachen. mit meiner familie rede ich nur spanisch, denn sie können kaum englisch. mit säde rede ich hauptsächlich englisch, inzwischen mixen wir schon englisch und spanisch ein bisschen. es ist aber auch schon öfters vorgekommen, dass ich ihr auf eine frage auf deutsch geantwortet habe und erst an ihrem verdutzten gesicht gemerkt habe, dass es die falsche sprache war. inzwischen denke ich viel auf englisch und teilweise auf spanisch. manchmal auch auf allen drei sprachen… 😀
die organisation hier in quito bietet immer einmal im monat einen tag an, an dem etwas gemeinsam unternommen wird (der im programm enthalten ist). zusätzlich noch zwei reisen, einmal auf die galapagos inseln!!! und dann noch an den strand aber da bin ich schon wieder in deutschland. leider muss man für diese reisen zusätzlich bezahlen und nicht wenig. aber das wird schon 🙂
mir felht hier eindeutig der sport! ich sitze so viel im auto…aber ich hoffe, dass ich irgendwas finde, was ich als hobby machen kann, denn sonst bin ich bei dem vielen essen bald um einiges runder. 😉
mit dem essen komme ich ansonten gut klar. die hauptmalzeit hier ist das mittagessen, zu dem es immer eine vorsuppe gibt. deswegen fallen abendbrot und frühstück eher ähnlich und klein aus. meistens milch (mit kaffee oder kakao), brötchen, käse und früh immer frischen saft. 🙂 es gibt einige besonderheiten hier, zum beispiel, isst man popcorn hier zu einer suppe (was ich nur empfehlen kann) und zum mittag gibt es immer mal kochbananen, auch sehr lecker.
trotzallem schöne und trotz meiner netten familie ist es nicht nur einfach und das heimweh kommt immer mal wieder angekrochen. ich hoffe sehr dass ich mir hier noch richtig einlebe und dass sich auch meine sprachkenntnisse verbessern.
samstag abend waren wir mit andrej unterwegs seinen papa abholen, aber anfangs wussten wir davon nichts. wir spielten wie üblich, müde von einer langen einkaufstour, karten mit nancy und ihm. doch plötzlich stand andrej nach einem telefonat (ist hier eigentlich nichts besonderes, hier telefonieren alle immer überall) auf und sagte „vamos“. säde und ich, ziemlich verdutzt, standen ebenfals auf und gingen unsere jacken holen. auf die frage, wohin wir denn fuhren, antwortete andrej, wir würden fahren um „comer algo“ (etwas zu essen). letztendlich stellte sich dann herraus, dass wir seinen papa und einen freund in einem kleinen dönerladen abholen sollten. die beiden warne nachts fahrrad fahren gewesen in quito, was ziemlich schön sein muss. dieser kleine ausflug war echt cool, wir haben im auto getanzt und säde und ich durften auch kurz die fahrräder (mit motor :o) ausprobieren.
ich habe heute meinen ersten schultag ziemlich erfolgreich überlebt auch wenn ich heute früh vor aufregung fast gestorben wäre. 😮 denn ich sollte nicht, wie ursprünglich geplant, von nancy gebracht werden sondern doch den schulbus nehmen. er würde früh um 07:10 uhr direkt vor der tür halten, aber ich hatte unglaubliche angst etwas falsch verstanden zu haben und ihn zu verpassen. tatsächlich war der morgen nicht ganz einfach…erstmal war rosita noh nicht da und ich wusste nicht was ich essen darf, weswegen mein frühstück aus einem trockenen brötchen bestand und dann habe ich erstmal die tür zur straße hin nicht aufbekommen und war schon drauf und dran panik zu kriegen. doch auch als ich draußen stand, war ich nicht ruhig bis der bus endlich kam. letztendlich hat, anders als erwartet, alles gut geklappt außer dass ich immer noch nicht weiß wo und wann ich für den bus bezahle, denn der fahrer hat mir irgendwie keine eindeutige antwort gegeben.
meine schule ist sehr klein und niedlich und sehr familiär. ich habe nur 11 klassenkameraden und es sind insgesamt nur rund 100 schüler. das verhältnis von schülern und lehrern ist total schön und auf freundschaftlicher basis. die lehrer lachen viel mit ihren schülern, sind nicht besonders streng und eine umarmung von schüler zu lehrer ist nicht selten. auch das klima in der klasse ist sehr schön. es ist nichts von der von mir erwarteten strenge zu spühren, sodass alle reinrufen und dazwischenquatschen wo es nur geht. insgesamt ist der erste eindruck sehr locker. so locker dass ich mich fast frage wie sie hier etwas lernen. 😉 meine mitschüler waren sehr nett und haben mir sofort geholfen wenn ich hilfe brauchte. trotzdem habe ich mich manchmal ein bisschen einsam gefühlt, weil ich viele witze nicht verstanden habe und dann nur lächelnd daneben saß.
am coolsten war eigentlich die rückfahrt mit dem schulbus. die stimmung war sehr ausgelassen und hinter mir saßen zwei jungs in meinem alter (einer aus meiner klasse) die sich erst mit kleineren schülern (ca. 8/9 jahre) unterhalten haben und dann mehr und mehr mit mir. am ende habe ich mich sehr viel (so wie „viel“ hier halt mit meinen sprachkenntnissen geht) unterhalten und es war sehr lustig.
andrej und sein vater haben vorgeschlagen an einem wochenende mal an den strand zu fahren und so hoffen säde und ich inständig, dass es wirklichkeit wird, denn die beiden im doppelpack sind ein sehr lustiges paar. 🙂
vorhin waren säde und ich das erste mal alleine unterwegs, im einkaufcenter in der nähe. wir haben ewig gebraucht um uns zurecht zu finden, denn das ding ist riesig! aber es war ein schönes gefühl, mal ein bisschen selbstständig und zu fuß unterwegs zu sein.
leider habe ich keine ahnung wann ich den rest meiner uniform bekomme oder wann ich meine schulbücher kaufen kann, aber ich hoffe ich werde das noch rausfinden. drückt mir die daumen! 😉
grade ist eine kleine enkelin von nancy (mia) zu besuch. sie ist drei jahre alt und ziemlich niedlich, aber sie weiß sich durchzusetzten. ich habe heute mit ihr puppen gespielt, aber ich glaube sie hält mich ein für etwas unterbelichtet, weil ich ein bisschen zu oft mit „si“ antworte. 😀
ich werde jetzt mal meinen „Teesito“ (ist hier quasi das abendbrot) trinken gehen…(hier verwenden sie auch viele verniedlichungen, ähnlich wie im russischen) 🙂 ich vermisse euch alle sehr und hoffe es geht euch gut!!! <333
in liebe, lori

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